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Der Meeresspiegel steigt - Inseln geht es an den Kragen

08.12.2009, 09:03 Uhr

Klimawandel: Der steigende Meeresspiegel bedroht zahlreiche Südsee-Inseln (Foto: imago) Viele Südsee-Inseln werden verschwinden, wenn der Meeresspiegel steigt (Foto: imago)Jenn Boneza erinnert sich noch gut an die Zeit, als der weiße Sandstrand in der Nähe ihres Hauses in Kailua auf Hawaii breit genug zum Bau von Sandburgen war. "Das war wirklich ein schöner Strand", sagt die 35-jährige Mutter von zwei Kindern. "Und jetzt ist er einfach weg." Was mit Teilen des Strandes in Kailua passiert ist, zeichnet sich auch an vielen anderen Küsten der Welt ab.

Zahllosen Küstenstaaten steht das Wasser buchstäblich bis zum Hals - und es wird weiter steigen. Eine neue Studie zeigt: Um fast zwei Meter könnte der Meeresspiegel bis zum Ende des Jahrhunderts wohl klettern - das ist deutlich höher und sehr viel schneller als erwartet. Ein so gewaltiger Anstieg bedeutet für viele Inselstaaten eine ernsthafte existenzielle Bedrohung. Die Malediven etwa: sie wären längst überspült und im Meer versunken.

Der Pegel steigt rapide

Wissenschaftler vom renommierten Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung schlagen Alarm. Denn für die erschreckende Prognose wurden Meeresspiegel- und Temperaturmessungen aus den vergangenen 130 Jahren ausgewertet. "Seit 1990 ist der Meeresspiegel jährlich um 3,4 Millimeter gestiegen, doppelt so schnell wie im Durchschnitt des 20. Jahrhunderts", erklärt Klimaforscher Stefan Rahmstorf. Bliebe es bei dieser Rate, würde das zu einem Anstieg um 34 Zentimeter im 21. Jahrhundert führen. Verheerend genug. "Aber die Daten zeigen deutlich: Je wärmer es wird, umso schneller steigt der Pegel", sagt der Wissenschaftler.

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Berechnungen sind verheerend

Die Forscher haben bei der Studie drei mögliche Ausgangsbedingungen berücksichtigt. Doch ihre Berechnungen zeigen: Selbst bei einem relativ niedrigen Treibhausgas-Ausstoß mit einer damit verbundenen Erderwärmung um zwei Grad Celsius wird der Meeresspiegel vermutlich um mehr als einen Meter steigen. Gelangen jedoch mehr Emissionen in die Atmosphäre und die Temperatur klettert über mehr als vier Grad Celsius steigt das Wasser bereits um mehr als 1,4 Meter. Werden alle Unsicherheiten berücksichtigt, ergeben sich sogar Werte bis zu 1,9 Meter.

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Das Eis taut tonnenweise weg

Der berechnete Anstieg sei damit etwa dreimal so hoch wie die Schätzung aus dem Bericht des Weltklimarates IPCC von 2007. Der Bericht hatte den Eisverlust in Grönland und der Antarktis nicht vollständig berücksichtigt. "Wenn wir einen galoppierenden Anstieg des Meeresspiegels verhindern wollen, sollten wir die Erderwärmung so schnell wie möglich stoppen", betonen die Autoren der Studie, Stefan Rahmstorf und Martin Vermeer.

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Eindringlicher Appell der Küstenstaaten

Vor diesem Hintergrund haben sich mehrere bedrohte Küstenstaaten aus fast allen Erdteilen auf gemeinsame Anstrengungen gegen den Klimawandel verständigt. Die Außenminister der Kapverden, Costa Ricas, Islands, der Republik Singapur und der Vereinigten Arabischen Emirate appellieren eindringlich an die Teilnehmer der jetzt stattfindenden Weltklimakonferenz, das Treffen unbedingt zu einem Erfolg werden zu lassen.

Quelle: dpa

 


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