
16.05.2010, 11:54 Uhr
Der Temperaturanstieg lässt ihnen keine Chance: Eidechsen können sich an die veränderten Bedingungen nicht schnell genug anpassen (Foto: imago)Die Erderwärmung droht in den nächsten 80 Jahren jede fünfte Eidechsenart auszurotten. Das berichtet ein internationales Forscherteam im US-Fachjournal "Science". Die Wissenschaftler um den Biologen Barry Sinervo von der Universität von Kalifornien in Santa Cruz hatten weltweit die Auswirkungen der steigenden Temperaturen auf die Eidechsenpopulationen untersucht. Lokal seien einige Eidechsenarten bereits verschwunden.
Die Untersuchungen hätten ergeben, dass die Populationen nicht vor allem zu leiden hätten, weil ihr Habitat zerstört worden wäre, erklärte Sinervo: "Die Auslöschung ist eine Folge des Klimawandels. 20 Prozent aller Arten werden bis 2080 verschwunden sein, wenn wir die Kohlendioxid-Produktion nicht begrenzen, die für die globale Erwärmung verantwortlich ist."
Das Verschwinden der Eidechsen werde Auswirkungen auf die Ernährungskette in der Tierwelt haben, sagte Sinervo weiter. Für viele Tiere wie Vögel und Schlangen seien die Eidechsen wichtiges Beutegut, und sie selbst seien wichtig als Jäger von Insekten. Grund für die Probleme der Eidechsen sei vor allem, dass sie sich nicht an die rasche Erwärmung anpassen könnten.
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"Die Eidechsen müssen sich in der Sonne erwärmen, aber wenn es zu warm wird, müssen sie sich in den Schatten zurückziehen und können dann nicht auf die Jagd gehen", berichtete der Forscher weiter. Auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán etwa hätten die Forscher herausgefunden, dass die Zahl der Stunden wesentlich geschrumpft sei, in denen die Tiere auf Futtersuche gehen können. "Das reicht gerade aus, um sich aufzuwärmen, bevor sie sich wieder zurückziehen müssen."
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Quelle: dpa
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