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Vollversorgung durch erneuerbare Energien möglich

07.07.2010, 15:42 Uhr

Erneuerbare Energien wie Sonnenenergie könnten bis 2050 die gesamte Stromversorgung in Deutschland stemmen (Foto: imago) Bis 2050 könnten alternative Energien wie Sonnenenergie die gesamte Stromversorgung in Deutschland stemmen (Foto: imago)Bis 2050 ist laut Umweltbundesamt eine Stromversorgung durch ausschließlich erneuerbare Energien in ganz Deutschland möglich. Eine Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken ist dafür nicht nötig, wie aus einer neuen Studie hervorgeht.

Politische Weichenstellung sei gefordert: "Je früher und entschlossener wir handeln, desto mehr Zeit bleibt uns für die notwendigen technischen und gesellschaftlichen Anpassungen", sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth. Die vorgelegte Studie des Amtes untersuchte ein Szenario, in dem alle Regionen Deutschlands ihre Potenziale für erneuerbare Energien ausschöpfen und ein deutschlandweiter Stromaustausch stattfindet.

"Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Stromversorgung bis 2050 vollständig auf erneuerbaren Energien basieren und die Versorgungssicherheit jederzeit gewährleistet werden kann", sagte Flasbarth. Eine Verlängerung der Laufzeiten liefere in der Studie keinen Beitrag zur Erreichung des Ziels, sie sei weder förderlich noch hilfreich.

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"Frühzeitig politische Weichen stellen"

Voraussetzung sei aber, dass der Strom effizient genutzt und erzeugt werde, sagte Flasbarth. Um die Stromversorgung umgestalten zu können ist es laut UBA notwendig, die erneuerbaren Energien, die Netze und die Speichersysteme deutlich auszubauen. Möglichkeiten, Strom einzusparen, müssten ausgeschöpft werden - etwa durch eine verbesserte Gebäudedämmung. Auch Lastmanagement und Speichermöglichkeiten müssten weiterentwickelt werden. Um dies bis 2050 zu erreichen, plädierte das Umweltbundesamt dafür, frühzeitig politische Weichen zu stellen. Der Leiter der Nachhaltigkeitsstrategien des UBA, Harry Lehmann, erklärte, die jetzigen Klimaziele der Bundesregierung seien "als erster Schritt ausreichend". Man müsse aber "im nächsten Jahrzehnt die nächsten Schritte machen, um zu 100 Prozent zu kommen".

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Druck von Umweltverbänden

Ein Zusammenschluss aus mehr als 100 Umwelt- und Verbraucherschützern sowie Entwicklungshilfsorganisationen forderte die Bundesregierung auf, "endlich auf die unzähligen Studien und Gutachten der Experten zu hören, statt eine Interessenpolitik für EnBW, Eon, RWE und Vattenfall zu betreiben". Vor dem Umweltbundesamt hätten bereits die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages sowie der Sachverständigenrat der Bundesregierung eine Vollständige Versorgung Deutschlands auf der Basis sauberer heimischer Energieträger für möglich erklärt, meinte Jürgen Maier von der Klima-Allianz. Die schwarz-gelbe Koalition behaupte dennoch seit Monaten, Laufzeitverlängerungen für Kernkraftwerke und neue Kohlekraftwerke seien notwendig.

Quelle: apn

 

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