
14.12.2009, 15:23 Uhr
Klimaveränderungen beeinflussen auch die Tierwelt der Tiefsee - hier ein Oktopus (Foto: dpa)Klimaveränderungen zeigen ihre Spuren nicht nur auf der Erdoberfläche und am Eis der Gletscher. Bis hinunter in die Tiefsee machen sich Klimaschwankungen in der Atmosphäre bemerkbar. Das hat ein US-amerikanisches Forscherteam jetzt durch Bohrungen vor der brasilianischen Küste entdeckt.
Überall auf der Erde nimmt die Artenvielfalt in Richtung des Äquators zu - das gilt selbst noch in der dunklen und eiskalten Tiefsee. Dieser Trend besteht seit mindestens 36 Millionen Jahren, berichtete Moriaki Yasuhara vom Smithsonian Institute in Washington. Bei seinen Bohrungen in der tropischen Tiefsee konnte der Wissenschaftler aber zeigen, dass die Tierwelt in den Tiefen des Meeres erheblich instabiler ist und stärker auf Temperaturschwankungen reagiert als bisher vermutet.
Die Wissenschaftler untersuchten winzige Muschelkrebse. Diese Organismen gelten in der Tiefsee als verlässlicher Anzeiger für die Artenvielfalt, denn sie gehören zu den wenigen Tiefseetieren, die sich lange Zeit als Fossilien erhalten. Yasuhara fand heraus, dass die Artenvielfalt dieser kleinen Krebse in den vergangenen 500.000 Jahren stark schwankte. Während der Eiszeitalter sank ihre Artenvielfalt auf ein Fünftel, verglichen mit den dazwischen liegenden Warmzeiten. Die Tiergesellschaften im tiefen Meer wurden weltweit gleichartiger und pendelten sich auf einen Wert ein, der eher für nördliche Breiten typisch ist.
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Der Grund für diese großen Unterschiede: Arten, die in höheren Wasserschichten zuhause sind, wandern in wärmeren Perioden weiter in die Tiefsee herab. Dafür könnten die höheren Temperaturen verantwortlich sein, vielleicht lösen aber auch klimaabhängige Meeresströmungen die Bergab-Wanderung aus.
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Die Forscher waren überrascht, dass sogar die tropische Tiefsee einen so starken Wandel durchmachte. Die Ergebnisse zeigen, dass Ökosysteme selbst in den dunklen Tiefen der Meere möglicherweise verletzlicher sind, als bislang angenommen.
Quelle: dpa
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