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Totes Meer vor 125.000 Jahren fast ausgetrocknet

20.01.2012, 12:03 Uhr

Großflächige Salzablagerungen im Toten Meer: Der See ist vom Austrocknen bedroht (Quelle: Reuters)

Großflächige Salzablagerungen im Toten Meer: Der See ist vom Austrocknen bedroht (Quelle: Reuters)

Das Tote Meer ist vor etwa 125.000 Jahren wegen einer Dürreperiode fast ausgetrocknet. Dies hätten Bohrungen eines internationalen Teams ergeben, teilte die Hebräische Universität in Jerusalem mit. Der sinkende Wasserspiegel des Toten Meeres, des am tiefsten gelegenen Sees der Erde, bereitet Experten auch heute Sorgen.

Der salzigste See weltweit hat eine Wasserfläche von rund 700 Quadratkilometern, die in zwei voneinander unabhängige Seen geteilt ist. Im nördlichen, natürlichen Becken sinkt der Wasserspiegel jährlich um etwa einen Meter, während er in einem künstlich angelegten Teil an der Südseite wegen der Salzablagerungen steigt - und dies bedroht die anliegenden Bauten.

Dicke Salzschichten in der Tiefe

Das Bohrprojekt im Toten Meer hat nun ergeben, dass der See vor etwa 125.000 Jahren aufgrund klimatischer Veränderungen in der Region fast austrocknete. Die Forscher hätten von November 2010 bis März vergangenen Jahres an zwei Punkten gebohrt: einmal in etwa 300 Metern Tiefe in der Mitte des Sees sowie in der Nähe der Küste von Ein Gedi.

In einer Tiefe von etwa 250 Metern unter dem Meeresboden entdeckten die Wissenschaftler dicke Salzablagerungen. Dies sei ein Hinweis auf einen Zeitabschnitt, in dem der See fast verschwunden war. Darüber seien schlammige Erdschichten gefunden worden, die auf eine spätere, wasserreichere Zeit hinwiesen.

Mensch für Austrocknen verantwortlich

"Die Befunde wecken Sorge über den gegenwärtigen Zustand des Toten Meeres", heißt es in der Mitteilung der Universität. Heute sei vor allem der Mensch für das Austrocknen des Sees verantwortlich. Der Wasserspiegel liege gegenwärtig bei 426 Metern unter dem Meeresspiegel.

Es wird gemutmaßt, dass der Pegel um 2000 vor Christus mit 250 Meter unter NN am höchsten stand. In den 1930er-Jahren strömten jährlich etwa 1300 Millionen Kubikmeter Wasser ins Tote Meer, heute sind es noch etwa 350 Millionen Kubikmeter.

Durch die ständige Wasserentnahme aus dem Jordan zur Versorgung Israels und Jordaniens mit Trinkwasser und zur Bewässerung in der Landwirtschaft sinkt der Pegel des Toten Meeres ständig weiter. 2007 lag er noch 420 Meter unter dem Meeresspiegel. Seit den 1980er-Jahren fällt er jährlich um etwa einen Meter, da die Zuflussmenge bei gleich bleibender Verdunstung abnimmt.

In den letzten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ist die Oberfläche des Sees um rund ein Drittel geschrumpft. Bis zum Jahre 2020 wird ein Rückgang des Wasserstandes auf 430 m unter dem Meeresspiegel prognostiziert.

Quelle: dpa

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