
02.02.2012, 16:27 Uhr
Die Temperaturen der Erde von 1880 und 2011 im Vergleich (Grafik: NASA)
Eine Untersuchung der NASA dürfte jetzt auch die hartnäckigsten Zweifler des Klimawandels eines Besseren belehren. Mit Daten von mehr als 1000 Wetterstationen erstellte das NASA Goddard Institute for Space Studies eine Karte, welche die Erwärmung des Planeten ab 1880 bis heute zeigt. Anhand der Färbung wird sichtbar, dass das vergangene Jahrzehnt das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen ist.
2011 war nach Angaben der NASA das neuntwärmste Jahr. Seit 2000 seien neun der zehn wärmsten Jahre gemessen worden. Der Film macht die Entwicklung sichtbar: Zum Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts gibt es noch viel Blau auf der Karte.
Doch in den jüngsten Dekaden ist die Welt fast komplett Gelb. Schuld daran ist vor allem der Anstieg der Kohlendioxid-Emissionen, die zum Treibhauseffekt führen. So heizt sich der Planet immer weiter auf.
Die NASA geht von einer Durchschnittstemperatur von 14 Grad Celsius aus, die die Forscher aus den Jahren 1951 bis 1980 ermittelt haben. Blautöne zeigen auf der Weltkarte Temperaturen unter diesem Durchschnitt an. Gelb- und Rottöne weisen auf Gradzahlen darüber hin.
Das Jahr 2010 war das wärmste seit Messbeginn - damals lag die Temperatur weltweit 0,62 Grad über dem Richtwert. Im Jahr 2011 waren es noch 0,52 Grad drüber. Wegen der natürlichen Schwankungen werde es nicht jedes Jahr ein bisschen wärmer, sondern langfristig, über Jahrzehnte gemessen.
"Wir sehen einen anhaltenden Trend zu höheren Temperaturen", sagte der Direktor des Goddard-Centers, James Hansen. "Auch unter Berücksichtigung des kühlenden Effekts eines starken La-Niña-Einflusses und geringer solaren Aktivität in den vergangenen Jahren war 2011 eines der wärmsten Jahre."
Der Anteil von Kohlenstoffdioxid in der Luft habe 1880 noch bei 285 Teilen von einer Million (ppm) gelegen. Heute liegt der Wert bei 390 ppm. CO2 und andere Gase wie Methan oder FCKW sind strahlungsaktive Gase. Sie verursachen den Treibhauseffekt, der zu einer höheren Oberflächentemperatur führt.
Die Gase absorbieren langwellige Sonnenstrahlung und erwärmen sich dabei. Sie geben die Wärme an die anderen Luftmoleküle ab. Eine höhere Lufttemperatur führt unter anderem zu höheren Oberflächenwassertemperaturen der Weltmeere, wodurch mehr Wasser verdunstet und den Wasserdampfgehalt der Atmosphäre weiter erhöht - wodurch wiederum mehr Sonnenstrahlen absorbiert werden.
Glaubt man Direktor Hansen, steht uns in den nächsten drei Jahren ein neuer Temperaturrekord bevor. Zum einen steige die Sonnenaktivität an. Zum anderen werde der nächste El Niño erwartet - der im Gegensatz zu La Niña einen wärmenden Effekt hat.
Quelle: wetter.info
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