Erschienen am Donnerstag, 2. Juli 2009
Entlang des Äquators zieht sich über den ganzen Pazifik ein Regenstreifen - die so genannte Innertropische Konvergenzzone. Hier treffen die Nord- und Südpassatwinde aufeinander und lassen ihre Wasserfracht abregnen. Bis zu vier Meter Regen fällt an einigen Orten in dieser Zone pro Jahr. Eine neue Studie eines internationalen Forscherteams hat jetzt gezeigt: Das regnerische Band wandert langsam nach Norden. Damit könnten sich die klimatischen Bedingungen in den Tropen in den nächsten Jahren stark ändern.
Nach den Berechnungen der Wissenschaftler wandert die Zone durchschnittlich 1,4 Kilometer im Jahr. Interessanterweise begann diese Wanderung schon vor mehr als 300 Jahren - also schon vor dem durch die Industrie angeheizten Klimawandel. Wenn diese Entwicklung so weiter geht, wird die Zone Ende des Jahrhunderts 126 Kilometer weiter nördlich liegen. Damit könnten einigen pazifischen Inseln südlich dieser Zone bald große Wasserprobleme bevorstehen.
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| Die Innertropische Konvergenzzone spannt sich über den ganzen Pazifik (Bild: University of Washington) |
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Die Wissenschaftler hatten historische Wetterdaten anhand von Sedimenten auf mehreren Pazifikinseln entlang des Äquators analysiert. Sie konnten beispielsweise nachweisen, dass auf den heute sehr trockenen Galapagos-Inseln während der "Kleinen Eiszeit" ein sehr feuchtes Klima herrschte. Als Kleine Eiszeit wird eine relativ kühle Periode zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert bezeichnet. Auf weiter nördlich gelegenen Inseln wie Washington Island und Palau hingegen herrschte während der Kleinen Eiszeit ein relativ trockenes Klima - heute bekommen sie mehr Regen ab.
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"Wir sprechen über das bedeutendste Regenphänomen auf dem Planeten, eines, von dem viele Menschen abhängig sind, weil es auf ihren Inseln kaum Grundwasser gibt", erklärte der Ozeanograph Julian Sachs, der Hauptautor der Studie. "Außerdem könnten auch viele Menschen betroffen sein, die in anderen Tropenregionen leben, denn dieser Regenstreifen beeinflusst die Atmosphäre weltweit", so Sachs.
Quelle: wetter.info, mj