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Von Atmosphäre bis Zwei-Grad-Ziel: Das Klimalexikon

06.12.2009, 11:20 Uhr

Der Klimawandel hat weltweit Auswirkungen (Bild: dpa) Der Klimawandel kann das Wetter weltweit durcheinander bringen (Bild: dpa)Vom 7. bis zum 18. Dezember tagt die Weltklimakonferenz in Kopenhagen. Das kleine Klimawandel-Lexikon von wetter.info erklärt die wichtigsten Begriffe zur Debatte um Treibhausgase und Erderwärmung.

Atmosphäre

Die Lufthülle, die die Erde umgibt. Nahe der Erdoberfläche besteht die Atmosphäre zu rund drei Vierteln aus Stickstoff sowie aus Sauerstoff, Argon und einem kleinen Anteil Kohlendioxid (CO2). Durch Treibhausgase in der Atmosphäre kann die mit dem Sonnenlicht aufgenommene Wärmeenergie teils nicht wieder abgestrahlt werden. Grundsätzlich ist eine solche natürliche Erwärmung Voraussetzung für die Bewohnbarkeit der Erde. Die zu hohe Konzentration vom Menschen verursachter Treibhausgase führt jedoch zum Klimawandel.


Emissions-Budget

Ein solches Budget würde die Menge an Treibhausgasen festlegen, die die Menschheit höchstens noch in die Luft blasen darf, wenn der Klimawandel halbwegs beherrschbar bleiben soll. Forscher beziffern die Menge für die ganze Welt mit rund 700 Gigatonnen. Wirtschaften die Menschen aber weiter wie bisher, wäre dieses Guthaben bereits innerhalb von 20 Jahren aufgebraucht. Würden den Staaten nationale Budgets auf der Grundlage ihrer Einwohnerzahl zugeteilt, dann würde die Restmenge - gemessen an den Emissionen von 2008 - für Deutschland noch zehn Jahre reichen.

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Erneuerbare Energien

Bei der Gewinnung von Energie aus Wasserkraft, Sonne, Wind oder Biomasse wird nur kein oder nur vergleichsweise wenig klimaschädliches CO2 ausgestoßen. Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, 20 Prozent des Energiebedarfs bis 2020 aus regenerativen Quellen zu gewinnen. Allerdings ist der Einsatz von Biomasse nur sinnvoll, wenn dafür zum Beispiel keine tropischen Wälder abgeholzt werden.

Kyoto-Protokoll

Die 1997 im japanischen Kyoto vereinbarte weltweite Klimaschutzvereinbarung trat 2005 in Kraft. Das Abkommen sieht vor, dass 40 im Anhang 1 genannte Industriestaaten ihre Klimagas-Emissionen bis 2012 um durchschnittlich fünf Prozent verringern, verglichen mit dem Stand von 1990. Die USA haben das Abkommen, an dessen Entstehen sie beteiligt waren, nie ratifiziert. 2012 läuft das Abkommen aus, Ziel von Kopenhagen war ursprünglich, ein Nachfolgeabekommen festzuzurren. Mittlerweile gehen Beobachter aber davon aus, dass die Verhandlungspartner nur Teilergebnisse erzielen können.

Der Klimawandel und die Tierwelt


Meeresspiegel

Als Folge der Erderwärmung schließen Wissenschaftler einen Anstieg des Meeresspiegels auf lange Sicht um bis zu sieben Meter nicht mehr aus. Küstennahe Gebiete und viele Inseln würden dann buchstäblich versinken, viele davon bereits bei einem weitaus geringerem Anstieg. Schon in den vergangenen 15 Jahren legte der Meeresspiegel um mehr als fünf Zentimeter zu, bis zum Jahr 2100 sagen Klimaforscher derzeit ein Plus von einem bis maximal zwei Meter voraus - was ein deutlich schnellerer Anstieg ist, als viele Experten zunächst erwartet hatten.

Hintergrund zur Klimakonferenz:Geschichte der Klimapolitik
Lebenswichtig - und doch schädlich:Treibhausgase
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Tipping Points (Kipp-Punkte)

Bestimmte Klima-Phänomene könnten in einigen Gebieten der Welt eine Schwelle überschreiten, ab der sie sich nicht mehr umkehren lassen und weitere Veränderungen zusätzlich verstärken - möglicherweise schon vor 2050. Wissenschaftler sehen unter anderem die Eisschmelze an den Polen oder ein Waldsterben am Amazonas als solche Kipp-Punkte.

Zwei-Grad-Ziel:

Viele Wissenschaftler halten eine Erderwärmung von höchstens zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit noch für beherrschbar. Erst bei Überschreiten dieser Grenze werden wahrscheinlich die "Tipping Points" erreicht. Klimaforschern zufolge ist der Temperaturanstieg schon deutlich messbar, am stärksten in der Arktis. Bis Ende des Jahrhunderts droht nach aktuellen Erkenntnissen sogar ein Temperaturanstieg von bis zu sieben Grad, was eine Klimakatastrophe mit unabsehbaren Folgen auslösen würde.

Quelle: AFP

 

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