
18.10.2009, 10:36 Uhr
Die Erde versorgt uns nicht nur mit Nahrung (Foto: Weishaupt)Täglich laufen, fahren oder schlafen wir auf ihr. Auf ihr bauen wir Häuser und spielen Fußball. Aus Ihr wachsen die Weizenhalme ebenso wie die Apfelbäume und Pfingstrosen. Sie bringt die Nahrung hervor, die wir direkt oder indirekt benötigen. Jetzt etabliert sich eine Technologie, die sich die "Erde" auf eine weitere Weise zunutze macht und dabei unsere Umwelt schont: Die Sole/Wasser-Wärmepumpe.
Die Sole/Wasser-Wärmepumpe nutzt die Energie in der Erde und setzt sie in Heizungswärme um. Die Energie kommt dabei aber nicht wie oftmals vermutet aus dem Erdinneren, dem heißen Erdkern, sondern von der Sonne. Sie erwärmt die Erde und den Regen, der ins Erdreich eindringt. Die Erde dient, wenn man es einfach zu erklären versucht, nur als "Akku", der die Energie der Sonne aufnimmt. Diese Form der Energie bzw. Wärme nennt man auch "oberflächennahe Geothermie".
Warum die Wärmepumpe nicht Erd-, sondern Sole/Wasser-Wärmepumpe heißt, liegt daran, dass man die Wärmeträger bei der Begriffsbildung im Auge hatte. Die Flüssigkeit, die bei dieser Wärmepumpe durch die Erdsonden oder Erdkollektoren fließt, ist eine Sole - ein frostsicheres Gemisch aus Wasser und Glykol. Das "Wasser" im Begriff Sole/Wasser bezieht sich auf den Heizkreislauf eines Gebäudes, der üblicherweise mit Wasser betrieben wird.
Die Wärmepumpe ist das System, mit welchem der "Akku" genutzt werden kann. Die Hauptenergie liefert die Sonne, die die Wärme in das Erdreich einspeist. Die Wärmepumpe benötigt nur noch einen Bruchteil, um diese Energie wieder frei- bzw. in nutzbare Heizenergie umzusetzen. In Zahlen ausgedrückt: Nur für 25% der gesamten Heizenergie muss man noch, in Form von elektrischem Strom, selbst aufkommen - die restlichen 75% stecken im Erdreich.
Auch wenn man eher an Bodenfrost denkt, so befindet sich auch im Winter genügend nutzbare Energie in der Erde. Denn bei Wärmepumpensystemen reicht schon ein niedriges Temperaturniveau aus, um brauchbare Heizenergie zu produzieren. Dabei kann die Temperatur sogar im Minus-Bereich liegen. Mit Hilfe einer Druckerhöhung wird aus kalter Sole angenehme Wärme.
Einfachstes Beispiel ist die Benutzung einer Ball- oder Fahrradpumpe. Sie werden beim Aufpumpen bemerken, dass die Pumpe an der Stelle, an der die Luft den höchsten Kompressionsgrad erreicht, richtig warm, ja, sogar heiß wird. Diese Hitze erzeugt nicht der Kolben im Inneren des Zylinders durch Reibung, sondern die "gepresste" Luft. Bei der Fahrrad- oder Ballpumpe verpufft diese Energie durch Abkühlung wieder. Bei einer Sole/Wasser-Wärmepumpe kann diese Energie aber in großem Maße produziert werden und zum Heizen von Gebäuden benutzt werden. Es wird aber nicht Luft zusammengepresst, sondern ein Kältemittel.
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Quelle: Weishaupt