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Der Westen droht im Schnee zu versinken

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07.12.2012, 17:35 Uhr

Der Westen droht im Schnee zu versinken

Viel Schnee, mehr Schnee und noch mehr Schnee: Im Rheinland hat der Winter Einzug gehalten. "Den Niederrhein hat's mit kräftigem Schneefall am Morgen voll erwischt", sagte Lars Dahlstrom von der Meteomedia Unwetterzentrale im Gespräch mit wetter.info. In kürzester Zeit sind dort schon mehrere Zentimeter Neuschnee gefallen - mit den üblichen Folgen: Flüge fallen aus, Züge haben Verspätung, auf den Straßen herrscht teilweise Chaos.

Schneeglatte Straßen in Nordrhein-Westfalen - hier die A57 bei Pulheim (Quelle: dpa)

Schneeglatte Straßen in Nordrhein-Westfalen - hier die A57 bei Pulheim (Quelle: dpa)

Bis zum Abend schneit es in weiten Teilen von Nordrhein-Westfalen, in Hessen, im westlichen Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg. Zuletzt erreichen die Schneefälle den bayerischen Alpenrand.

Im Laufe des Abends wird der Schneefall dann schwächer. Binnen weniger Stunden fielen im Rheinland bis zu elf Zentimeter Neuschnee.

Glatte Straßen, Flüge gestrichen

Schneefälle und glatte Straßen haben vielerorts zu erheblichen Verkehrsbehinderungen geführt. Bei den Unfällen in Nordrhein-Westfalen wurden 28 Menschen leicht verletzt, sonst blieb es bei Blechschäden. Diese summierten sich laut Polizeiangaben allerdings auf 1,5 Millionen Euro.

Im Saarland krachte es weit mehr als 100 Mal. In dem meisten Fällen gingen die Unfälle glimpflich aus, lediglich acht Menschen wurden leicht verletzt. Bei Blechschäden blieb es bis zum Nachmittag in Rheinland-Pfalz.

In Nordrhein-Westfalen führte der Wintereinbruch zu Behinderungen im Flugverkehr. Am Flughafen Düsseldorf fielen bis zum Mittag mehr als 100 Starts und Landungen aus. Einem Sprecher zufolge kam es zu Verspätungen von bis zu eineinhalb Stunden.

Auch im Bahnverkehr gab es Schwierigkeiten: Die internationalen Thalys-Züge von Paris über Brüssel nach Köln hatten bis zu 45 Minuten Verspätung.

Schneefälle lassen am Samstag nach

Die teils heftigen Schneefälle vom Freitag lassen am Samstag nach. "Für fast alle wird das ein trockener oder sogar sonniger Tag", sagte Meteorologe Fabian Ruhnau. In den Bergen herrscht dann bestes Rodelwetter. Wer kann, sollte diese Gelegenheit auch nutzen - denn am Sonntag ist bei Schneeregen oder Regen kein Wetter, um draußen Spaß zu haben. In der neuen Woche bekommen wir es wieder mit Dauerfrost zu tun, und aus dem Regen wird überall Schnee.

Am Samstagmorgen schlägt der Frosthammer zu: Verbreitet liegen die Temperaturen nach einer klaren Nacht knapp unterhalb der minus Zehn-Grad-Marke. Sobald es ein paar Meter nach oben geht, sind es auch schnell minus 15 Grad. Im Süden, wo in der Nacht noch mehr Wolken unterwegs waren, herrschen mit minus vier bis minus sieben Grad auch noch tief winterliche Verhältnisse.

Gefährliche Straßenglätte

Das tückische an der Geschichte: Im Westen gefriert der oft sehr nasse Schnee am Boden. "Gefährlich glatte Straßen sind auch noch am Morgen ein Problem", sagte Ruhnau.

Am Vormittag schneit es noch im südlichen Baden-Württemberg und an den Alpen. Im Verlauf trocknet es aber auch dort ab. Einzelne kräftige Schneeschauer sind auch noch in Vorpommern im Ostseeumfeld möglich.

Ansonsten bleibt es Richtung Nordosten und Osten am Samstag trocken. Im großen Rest des Landes gibt es einen freundlichen Tag, oft auch mit langen sonnigen Abschnitten. "Für viele ist das wirklich ein toller Wintertag im Schnee", sagte Ruhnau.

Verbreitet Dauerfrost

Dazu ist es frostig kalt: Auch am Tag erreichen die Höchstwerte in den meisten Region nicht die Null-Grad-Marke. Bei minus ein bis minus vier Grad herrscht Dauerfrost. Nur in Nordfriesland sind leicht positive Werte möglich.

Bereits in der Nacht zum Sonntag zieht ein neues Tief von Nordwesten mit wieder mildere Luft rein. Die Umstellung beginnt dann im Nordseeumfeld mit Schneeregen oder Regen.

Sternenklare, bitterkalte Nacht

In der Südhälfte liegt in der Nacht aber noch die eiskalte Luft, zudem ist der Himmel südlich einer Linie Eifel - Erzgebirge sternenklar. "Verbreitet herrscht hier erneut strenger Frost bei bis zu minus 15 Grad", sagte Ruhnau. In Senken und Mulden sind auch minus 20 Grad denkbar.

Die Niederschläge aus dem Nordwesten breiten sich bis zum Morgen auf ganz Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein aus - zumeist aber als Schnee. "Schneeglatte Straßen sind am Sonntagmorgen im Nordwesten ein Thema", sagte Ruhnau.

Schnee im ganzen Land

Bis zum Abend breiten sich die Schneefälle auf das ganze Land aus. Je weiter die etwas mildere Luft Richtung Osten und Süden voran kommt, desto weniger kann sie sich gegen die dort vorherrschende Kaltluft behaupten. Im Osten schneit es am Abend wieder kräftig.

In der Nordwesthälfte gehen die Niederschläge in der zweiten Tageshälfte aber in Regen über, der auf die teils gefrorenen Boden fällt. "Da gibt's das volle Glatteisprogramm", warnte Ruhnau. Glatteisregen, nennen die Meteorologen dieses Phänomen. Genauer: Glatteis durch gefrierenden Regen.

Eine kleine Unsicherheit taucht noch in den Wetterkarten auf: Ob die Niederschläge am Sonntag den Süden von Bayern und Baden-Württemberg erreichen, steht noch auf der Kippe, so Ruhnau.

Kurze Milderung im Nordwesten

Ganz im Nordwesten schlägt die mildere Luft voll durch - dort klettert das Quecksilber auf plus fünf bis sieben Grad, in einem Streifen von Mecklenburg-Vorpommern nach Rheinland Pfalz auf plus ein bis drei Grad. Der Schnee vom Freitag wird dort rasch wegtauen. Von Brandenburg bis nach Baden-Württemberg und südöstlich davon bleibt es bei Dauerfrost.

Zu Beginn der neuen Woche haben wir es immer wieder mit Schauern oder schauerartigen Niederschlägen im ganzen Land zu tun, und die Temperaturen gehen jeden Tag ein Stück runter. Dafür trocknet die Luft wieder ab. "Die Tendenz geht in Richtung trockenes und sehr kaltes Winterwetter", sagte Ruhnau.

Quelle: dpa, dapd, wetter.info

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