
24.05.2010, 12:29 Uhr
Der Temperatursturz vor 13.000 Jahren hing offenbar mit dem Aussterben der Riesensäuger zusammen (Foto: dpa)Das schnelle Aussterben von Mammuts und anderen riesigen Tieren infolge der Ausbreitung des Menschen in der Neuen Welt vor rund 13.000 Jahren könnte den damaligen Temperatursturz erklären. Die Grasfresser in Nordamerika hätten einen enormen Methanausstoß gehabt, schreibt das dreiköpfige Team um die Forscherin Felisa Smith von der US-Universität in New Mexico in der neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature".
Methan hat als Treibhausgas eine 30 Mal stärkere Wirkung als Kohlendioxid.
Zwar habe das ausgeschiedene Methan nicht direkt zu einer globalen Erwärmung geführt, doch habe der plötzliche Wegfall des Gases zu einer erheblichen Abkühlung beigetragen, wenn er sie nicht sogar ausgelöst habe, erklärten die Wissenschaftler. Diese Zeit ist auch als Jüngere Tundrazeit bekannt. Die Epoche der menschlichen Einwirkungen auf die Umwelt, auch Anthropozän genannt, beginnt der Studie zufolge nicht erst mit der Industriellen Revolution um 1800, sondern vor etwa 13.000 Jahren.
Die Forscher gingen vom Methanausstoß von Kühen und anderen heutigen Wiederkäuern aus, um die Gasproduktion der prähistorischen Megafauna zu errechnen. Proben von Eisbohrkernen aus der damaligen Zeit bestätigen demnach, dass mit dem Aussterben der Tiere und dem Temperatursturz eine Verringerung des Methangehalts in der Atmosphäre um 180 Volumenprozent einherging.
Grönländische Eisproben aus anderen Epochen zeigen, dass eine Reduzierung des Methangehalts um 20 Volumenprozent dem Absinken der Temperatur um rund ein Grad Celsius entspricht. Dies würde sich im Falle der untersuchten Periode auf neun bis zwölf Grad Celsius addieren, was ziemlich genau der Temperatursturz der Jüngeren Tundrazeit ist. "Die Auslöschung der Megafauna ist das früheste katastrophale Ereignis, das menschlicher Aktivität zugerechnet werden muss", schlossen die Forscher.
Quelle: AFP
Ob Sonne, Regen, Sturm oder Schnee - wetter.info bietet Vorhersagen für alle Regionen und vieles mehr.Mehr über wetter.info
Immer informiert: Die Wetterdaten für tausende Orte weltweit.Wetter-App fürs iPhone
Bleiben Sie auf dem Laufenden - wetter.info zwitschert bei twitter.Werden Sie Follower!