
09.01.2012, 13:17 Uhr
Zwischenzeitlich nur noch mit dem Hubschrauber erreichbar: Das Vorarlberg in Österreich (Quelle: dapd)
Im Schneechaos in Österreich ist am Montag eine gesamte Region des Landes vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten gewesen. Das westliche Bundesland Vorarlberg an der Grenze zur Schweiz war stundenlang weder per Auto noch per Bahn zu erreichen, teilten die Behörden mit. Im Tagesverlauf normalisierte sich die Lage aber, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA.
Am frühen Montagnachmittag seien einige Orte wieder erreichbar und nur noch die Orte Lech, Zürs, Klösterle und Gargellen vom Rest des Landes abgeschnitten gewesen, meldete APA. Demnach rechneten die Behörden damit, dass zumindest die Menschen in den beliebten Skigebieten Lech und Zürs bis Dienstag auf sich allein gestellt bleiben. Dagegen konnte die Zufahrt zum Arlberg-Tunnel zwischen Österreich und der Schweiz, der von umgestürzten Bäumen blockiert worden war, geräumt werden.
Bereits am Wochenende waren in den Skigebieten von Lech und Zürs wegen der heftigen Schneefälle Urlauber vorübergehend eingeschneit gewesen. Zwischenzeitlich saßen in Teilen Österreichs rund 15.000 Touristen und Einheimische fest. Allein innerhalb der vergangenen vier Tage gab es in Vorarlberg zwischen zwei und drei Metern Neuschnee.
Auch in weiten Teilen der Bayerischen Alpen gilt nach heftigen Schneefällen die zweithöchste Lawinenwarnstufe 4. Auf diesem Niveau wird sie in den kommenden Tagen nach Einschätzung von Experten bleiben.
Im Vorarlberg konnten am Sonntag 52 Menschen nach zwei Tagen mit einem Hubschrauber aus einer Berghütte in Sicherheit gebracht werden. Die Urlauber waren in der auf 1744 Metern gelegenen Lindauer Hütte eingeschneit.
Auch die wichtige Zugstrecke zwischen dem Ötztal und Bludenz in Tirol, die Innsbruck und Wien mit der Schweiz verbindet, ist unterbrochen; ebenso zwei Routen von Tirol in Richtung Südbayern.
Nach dem heftigen Schneefall in den vergangenen Tagen seien Oberleitungen durch umfallende Bäume zerstört worden, teilte die österreichische Eisenbahngesellschaft ÖBB mit.
Im Skigebiet Axamer Litzum südwestlich von Innsbruck wird seit Montag die Suche nach einem 15-jährigen Skifahrer fortgesetzt, der seit Samstag in dem stark lawinengefährdeten Gebiet vermisst wird.
Im Skigebiet Auffach nahe Kufstein wurde eine Urlauberin aus Polen auf der Skipiste von einem umstürzenden Baum getroffen und am Knie verletzt. Im Salzburger Pinzgau waren einige Straßen wegen umgestürzter Bäume blockiert.
Wichtige Verkehrsrouten waren schon am Samstag, dem traditionellen Abreisetag, wegen akuter Lawinengefahr vorübergehend gesperrt. Als die Straßen wieder freigeschaufelt waren, gab es auf wichtigen Rückreiserouten nach Deutschland Staus.
Am Sonntag schneite es in den Alpen erneut stark. Zahlreiche Skiorte waren erneut von der Außenwelt abgeschnitten, darunter auch Ischgl und das nahe gelegene Galtür.
Drei deutsche Wintersportler blieben am Sonntag im österreichischen Ellmau orientierungslos im Schnee stecken und wurden erst nach Stunden geborgen. Ein Skifahrer aus Fürstenfeldbruck wurde in Tirol von einer Lawine verschüttet. Er hatte jedoch Glück und blieb praktisch unverletzt.
Quelle: AFP , dapd , dpa
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